Persönliche Betreuung in der Schleuse Kiel-Holtenau
Gestern stand der Abschied von der Ostsee an, nach 6 Wochen Segeln in dem Deutschen, Dänischen und Schwedischen Randmeer. Dazu noch ein kurzer Schlag über 3 sm von Laboe nach Kiel Holtenau, zur großen Schleuse in den Nord-Ostseekanal. Der NOK ist die am meisten befahrende künstliche Wasserstraße der Welt, durch die mehr Frachtschiffe fahren, als durch den Panamakanal oder durch den Suezkanal. Die kleinen Schleusen in Kiel sind leider defekt, so dass die Sportschifffahrt in der Regel zusammen mit den ganz dicken Pötten durch die großen Schleusen müssen. Es können auch Wartezeiten bis zu 1,5 Stunden entstehen, je nach Schiffsverkehr, und dafür gibt es neben der Schleuse einen Wartebereich für die Sportschifffahrt.

Entsprechend respektvoll war die Annäherung an den Wartebereich, in dem schon ungefähr eine Handvoll Yachten ihre Wartekreise zogen, hatte es ja mal wieder fast 20 kn Wind. Umso überraschter waren wir, als wir bei der Einfahrt in den Wartebereich die sonore Stimme meines Schwiegersohnes, der Oberschleusenmeister in Kiel Holtenau ist, über den Schleusenkanal 12 hörten: "Segelyacht Windstalker, hier Kiel Kanal 4 (die offizielle Bezeichnung der Schleuse, Anm. d. Red.). Wir haben für Sie die Südschleuse geöffnet, Sie und die anderen Sportboote können sofort einfahren, und an Steuerbord oder Backbord festmachen, Windstalker gerne an Steuerbord."

Was für ein Empfang! Andy hatte glücklicherweise genau da Dienst, als wir eingefahren sind (Chance ca. 1:5) und uns über AIS schon anfahren gesehen. Wir konnten uns während der Schleusung noch kurz über die Kinder und Familie unterhalten, und schon stand das Ablegen wieder an.
Wie cool ist das denn, vom eigenen Schwiegersohn durch eine der bedeutensten Schleusen der Seeschifffahre geschleust zu werden!!!!
Hier noch ein kurzes Filmchen wie die Schleusenmeister Segelyachten sehen:
Der restliche Tag im NOK verlief unspektakulär, und nun liegen wir in Rendsburg zum Crewwechsel. Den Letzten Abend mit Gudrun, Joachim und Matthias konnten wir noch auf dem Rendsburger Herbst, einem Volksfest direkt am Hafen, verbringen (so eine Art Mini-Wurstmarkt). Allerdings haben die Rendsburger etwas, was wir in Dürkheim (noch) nicht haben: eine Hafenpromenade, an die man bis auf 2 Meter heransegeln kann. Der Rendsburger Regattaverein hat dies genutzt, und eine spektakuläre Show mit kunstvoll beleuchteten Segelschiffen veranstaltet.

Wenn wir das gewusst hätten, wären wir mit unserer Ketsch auch mitgefahren ;-)
Ist vielleicht auch mal ne Idee für den Bodensee......
Jetzt erwarten wir bei Regen die neue Crew, für die anspruchsvolle letzte Etappe über die Nordsee zurück nach Medemblik, Noordholland.
Bleibt uns gewogen,
Euer Skipper Hägar


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