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Mitleidige Blicke

11. Sept.
2 Min. Lesezeit

Nach einem Tag Ausruhen in Harlingen mit Aufladen der Batterien sowohl der Crew als auch der Windstalker und Ergänzung "wichtiger Ausrüstungsgegenstände" unserer Damen aus dem Second Hand Laden Pre-loved, direkt an der Kade, sind wir gestern den letzten Schlag auf der Waddenzee in Richtung Schleuse Kornwerderzand angegangen. Schon im sehr geschützten Hafen wehte es mit bis zu 25 kn und es gingen heftige Regenschauer darnieder. Sogar das Hoogwaterdooren war 1 h länger geschlossen als vorrausberechnet, da der Starkwind so viel Wasser in die Waddenzee gedrückt hat, dass ansonsten Harlingen überflutet geworden wäre.

Da der Wind aber aus der richtigen Richtung kam, von schräg hinten, und die Crew durch die Nordsee schon sehr gestählt und erfahren war, haben wir entschieden trotzdem auszulaufen. Gefühlt der halbe Hafen hat uns mitleidige Blicke zugeworfen, als wir die erste Brückenöffnung genommen haben. Die winkenden Crews der anderen Schiffe hatten fragende Augen ob unseres Auftritts in schwerstem Ölzeug und dicken Stiefeln, Rettungsweste und Lifebelt: "die Armen, hoffentlich wissen sie was sie tun".

Schon im Vorhafen gab es heftigen Seegang, draußen noch mehr.

Wir waren die einzigen Segler im Boontjes nur ein Frachtschiff überholte uns im engen Fahrwasser. Nur unter der sehr kleinen Fock 2 liefen wir permanent 6,5 bis 7 kn.

Als wir dann in der Schleuse ankamen, hatte selbst der Schleusenwärter mit uns Mitleid, die Autobahn über den Abschlussdeich wurde für unsere Brückenöffnung gesperrt, und die kleine Schleuse hat er direkt für uns aufgemacht. Wir sahen wohl schon aus der Ferne sehr mitgenommen aus.

Auf dem Ijsselmeer ging der Ritt dann noch 2 h weiter und wir konnten im recht leeren Oude Haven von Stavoren festmachen.

nur unter Fock 2 im Ijsselmeer
nur unter Fock 2 im Ijsselmeer

Zum Glück gibt es dort eine schöne Kneipe, die Biervorräte sind schon im absoluten Niedrigwasser.

urige Seemannskneipe in Stavoren
urige Seemannskneipe in Stavoren

Heute ging es dann mit gemütlichen 3-4 bft kreuzend zurück in den Heimathafen Medemblik Regattacenter. Wie üblich nach so einer langen Reise werden die Flaggen der besuchten Länder beim Einlaufen gesetzt.

Jetzt liegt die Windstalker wieder an ihrem Platz in Medemblik, und die Crew der Überführung hat die anspruchsvolle Etappe gut, sicher und vor allem glücklich geschafft.

Glückliche Nordseecrew
Glückliche Nordseecrew
Stammcrew bereitet sich auf neue Abenteuer vor
Stammcrew bereitet sich auf neue Abenteuer vor

Heute geht es nach Hause zum Wurstmarkt in Bad Dürkheim, ich werde mich mit einem Resumee nochmal von dort melden.

Vielen Dank an unsere treue Leserschaft, die uns so tapfer bei der langen Reise begleitet hat.

Euer Skipper Hägar

1 Kommentar

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Holger Rumpf
Holger Rumpf
12. Sept.
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Mega cooles Erlebnis und ich durfte dabei sein...

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