Diplomatie á la Pfalz
- Andreas Kicherer
- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Wie ihr ja schon wisst, sind wir gestern sehr früh von Hals nach Laesö gesegelt. In Hals lagen wir an einer norwegischen Bavaria 42 längsseits. Mit dem dänischen Skipper hatten wir am Vorabend schon einen netten Plausch und er gab uns noch ein paar Tipps über eine sehr gute Dänische Wetterapp (fcoo.dk). Am Morgen bemerkten wir aber, dass wir sein Deck mit unseren Schuhen (oder Füssen, wer immer so dreckige Füsse hatte?) verschmutzt haben. Um uns für seine Längsseitsgehbereitschaft zu bedanken, haben wir ihm eine Flasche Wein des Pfälzer Winzers unseres Vertrauens Fritsch mit einer kleinen Dankesbotschaft von der Crew der Windstalker ins Cockpit gestellt, und sind dann losgefahren.
Das wäre an sich keine Meldung im Blog wert, hilft beim Segeln eine Flasche vum guude Pälzer Woi auch den größten Bruddler (für die Norddeutschen: "Nörgler") zu einem sanftmütigen Lamm zu metamorphieren. Und an sich sollte man für diese oft wiederkehrenden Begebenheiten keine Ressourcen in Form von Server MBites verschwenden. Aber hier gibt es doch noch eine überraschende Wendung...........
Als wir in Laesö dann angekommen sind und ich wieder Handyempfang hatte, las ich eine kryptische mail unseres Winzerfreundes Fritsch: "Hägar, schmeckt Euch unser Woi nimmie, dass ihr den scho verschenke duut?"
Hääää? Woher hätte Fritsch das wissen können, die Crew hat es ihm nicht schreiben können, wir hatten den ganzen Tag ja keinen Empfang. Mystisch!!
Der dänische Skipper hat einen Freund, bei dem er wohl schon mal Pfälzer Wein getrunken hat. Diesem muss er wohl umgehend ein Foto der Flasche gesendet haben, entweder aus Freude über das Geschenk, oder um sicherzugehen, dass es sich auch um einen wirklich edlen Tropfen und nicht um einen "Simsegräbsler" handelt (vielleicht kann der eine oder die andere Süddeutsch unter Euch unseren geschätzten internationalen Leser:innen erklären was ein "Simsegräbsler" ist). Auf jeden Fall weiß manden Grund der Nachfrage nicht, jedoch erkannte der Freund sofort, dass es sich um einen edlen Fritsch-Wein handelt, ist er doch auch mit Fritsch befreundet, und kauft häufig dessen Wein. Und wir waren noch nicht richtig draussen, bekam Fritsch im fernen Dackenheim schon die Frage des Weinliebhabers aus Skandinavien, ob er denn auf der Windstalker in Dänemark gewesen sei.
Was für Zufälle es doch gibt, und die Welt ist klein. Auf jeden Fall wird der dänische Skipper wohl die Begegnung mit uns in sehr positiver Erinnerung behalten. Die Diplomatie á la Pfalz hat wieder einmal zur Europäischen Völkerverständigung beigetragen.
Hier noch ein paar Impressionen von der Überfahrt.



Heute sind wir auf der schönen Insel Laesö geblieben und haben Fahrradtouren gemacht. Die Wetterbedingungen zum Landfall in den Schwedischen Schären schienen uns nicht optimal.
Liebe Grüße
Euer Skipper Hägar
P.S. Noch eine Message an die beiden Jungs von Simone und Friedel wegen des Kliffhangers: Wir haben das Feuer in der Tat anbekommen und O-Ton einer Teilnehmerin: "Das Essen war besser als im Restaurant".

Ich glaube aber, dass dies wohl eher am total leckeren Salat lag, als an unseren Grillkünsten.
Auf jeden Fall lernt Simone schon eifrig Pfälzisch.

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