Sicher in Harlingen
Überglücklich, ja sogar euphorisch, aber auch erschöpft und müde liegen wir jetzt sicher vertäut im Harlinger Noorderhafen.

Vielen Herzlichen Dank, an alle in unserer werten Leserschaft, die mit uns gefiebert haben und die Daumen für das Wetterfenster gedrückt hielten. Dieselbigen müssen jetzt wohl komplett platt sein, so erfolgreich wie ihr das gemacht habt.....
Die letzten Tage war der Hafen des Segelclubs Cuxhafen ziemlich verschlafen, fast sogar morbide gestern morgen aber das genaue Gegenteil. Überall hektische Betriebsamkeit, Wasser auffüllen, Vorräte bunkern, mit dem Nachbarn über Auslaufpläne diskutieren, Alternativrouten binnendoor austauschen, Motorprobeläufe, Segelwechsel, nochmal auf die Toilette.....
Pünktlich zum Hochwasser leerte sich der Hafen dann schnell, ein Pulk fuhr in die Aussenelbe, alle wollten das Wetterfenster heute nutzen. So auch wir.

Erst ein paar Stunden motoren, auch durch die "Todeszone" Scharhörnriff, teilweise auch als Geisterfahrer in der engen Fahrrinne, dann setzte gegen Abend endlich der ersehnte Südwind ein. Flugs die Segel hoch, und es ging in Rauschefahrt durch die ganze Nacht.

Die Nacht war lang, aber dank der Chili sin Cane von Katrin, und den 15 geschmierten Brötchen von Tatjana erträglich, teils sogar sehr schön. Sogar die Duddesubb (Fritsch kann Übersetzen), die noch von Etappe 1 an Bord waren, mundeten. Der Morgen wurde herbeigesehnt.

Erstaunlich war der viele Funkverkehr die ganze Fahrt über, incl. eines Wassereinbruchs bei der I. bei der die H. Funktransmissionsdienste leistete, so lange bis Bremen Rescue den Seenotkreutzer vorbeigeschickt hat. Der übergab einen Hahnepot (viellecht kann ja einer unserer geschätzten Leser:Innen diesen Fachbegriff erklären). Bei diesem Vorfall zeigte sich mal wieder die Überlegenheit des Seefunks über die Mobiltelefonie, war doch längs der deutschen Watteninseln kein Netz zu detektieren.
Dann am Morgen noch ein Kreuzschlag, um in das berüchtigte Seegat Stortemelk zwischen Vlieland und Terschelling zu kommen. Aber Dank des Tracks der ersten Etappe, konnten wir auch dies mit Bravour meistern. Die Weiterfahrt durch das Wattenmeer nach Harlingen war die nächste Rauschefahrt, hatten wir doch Dank des präzisen Passageplans von Julia exakt den einlaufenden Flutstrom erwischt.

Wir loggten in der Spitze 8,7 kn über Grund. Es schien als freute sich unsere Windstalker auf ihr Heimatrevier so, wie ein junges Hündchen auf das lange vermisste Herrchen. Sie rannte nur so los.
Nach einem leckeren Essen, sind jetzt alle recht müde, aber der LI lässt es sich natürlich nicht nehmen, seinem "Schätzchen" noch was Gutes zu tun, und die Bilgenpumpe zu reinigen.

Insgesammt haben wir bei diesem Ritt 170 sm geloggt und das in 30 h. Mehr als 6 kn im Schnitt. Respektabel für unsere alte Lady.
Morgen machen wir einen Ausruhetag, um dann am Mittwoch wieder im Ijsselmeer in Süsswaser zu schwimmen. Dann am Donnerstag noch ein kurzer Schlag nach Medemblik, und phantastische, ereignisreiche, von vielen Freundschaften und präziser Seemannschaft geprägte 10 Wochen auf See werden zu Ende gehen.
Dies ist noch kein Resumee, wir melden uns nochmal.
Bleibt uns gewogen auf den letzten beiden Schlägen
Euer Skipper Hägar und die Nordseebezwinger der 8. Etappe

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