World Cup
Gestern wollten wir zum ersten Mal direkt an einer Schäre übernachten, aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei der Abfahrt noch Kaiserwetter mit 3 bft und Spi, war jedoch für die Nacht ein Frontdurchgang mit Böen bis 28 kn vorhergesagt. Also definitiv nichts um zu Ankern.
Deshalb musste auf einen Hafen umgeplant werden, und die Wahl fiel auf den touristisch umtriebigen Hafen in Marstrand. Da waren wir dann schon recht früh und konnten noch eine alpine Wanderung einmal rund um die Insel machen. Wenn das Meer auf der linken Seite nicht gewesen wäre, hätte man sich wie in den Alpen gefühlt.



Leider ist das Wetter tatsächich schlecht geworden, so dass wir uns heute entschieden haben, uns tief in den Schärengarten zu verkriechen, und den Haakefjord reinzusegeln. Sehr wenig Sportboote um uns herum, aber weit Voraus sah es aus wie an einem heißen August Sonntag Nachmittag direkt vor dem Baggerloch in Gohren. Dutzende Segel auf einem Haufen. Ein großer Chemiefrachter, der uns überholte hat dies wohl auch bemerkt und es entspann sich eine Funkkommunikation, leider auf Schwedisch. Aber es war klar, dass der Frachter die dutzenden Segelboote in seinem Fahrwasser doch als etwas störend empfunden hat. Kurze Zeit später dann ein Funkruf vom Race Commitee, leider auch auf Schwedisch. Eine schnelle Internetrecherche von Silke ergab, dass in der gesamten Woche der World Cup der H-Boote abgehalten wird. Oha, hoffentlich sperren sie deshalb den Hafen nicht!
Als wir dann dem Regattafeld näher kamen, war es nicht ersichtlich, wo denn die Regattabahn genau liegt, und wie wir daran vorbeikommen sollten. Nach einigem hin und her, wir waren ja direkt vor dem Wind, haben wir uns für links entschieden, sind dann aber sehr nahe an die Startlinie auf der Startbootseite gekommen. Also exakt da, wo eigentlich alle Regattaboote sich vor dem Start gerne aufhalten. Peter musste dann wohl oder übel voll durch das Gewimmel durchsteuern, glücklicherweise war noch kein 10 Minutenschuss gefallen, und alle H-Boote sind uns ausgewichen. War uns aber schon was peinlich, als Dickschiff voll durch die gesammelte Weltelite der H-Bootsegler zu fahren....


Die einhellige Meinung der Crew war, je weiter wir in die Schären fahren, umso verlassener wird es. Jedoch weit gefehlt, hat der uns überholende Chemiefrachter doch schon vermuten lassen, dass es da hinten drin noch mehr gibt als nackte, einsame Schärenfelsen. Die Einfahrt zur Marina ging an einem Chemieterminal vorbei, mit einem riesigen Chemiepark im Hintergrund. Sogar die Fackel des Steamcrackers spuckte ihr Höllenfeuer oszillierend in den Himmel. Wüsste ich es nicht besser, ich würde mich in Ludwigshafen auf dem Rhein vermuten. Allerdings ist da wohl im Moment das Wetter besser.....



Nichtsdestotrotz, die Stimmung ist hervorragend, hier gibt es einen Fischstand, der den bretonischen in fast nichts nachsteht. Jetzt noch einen Grill irgendwie organisieren, und dem gelungenen Abendessen mit Fisch, Schrimps, schwäbischem Kartoffelsalat von Andrea und dem guude Pälzer Woi stünde nichts mehr im Wege.
Bleibt uns gewogen

Eure Sommercrew und Skipper Hägar


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