Polizeikontrolle
Heute stand der erste Schlag der letzten Etappe an. Zunächst die 65 km durch den Nord-Ostseekanal unter Motor, zwar schöne Landschaft und ab und an ein dicker Pott, aber doch wenig herausfordernd. Wir sind bis zum Sportboothafen Brunsbüttel, genau an der Schleuse vom NOK zur Außenelbe gefahren. Welche Freude, als wir im recht kleinen Hafen ankamen, dass wir sofort einen geeigneten Liegeplatz schon von außen sehen konnten. Allerdings fuhr ein Polizeiboot in recht unkonventionellen Kreisen, für uns undefinierbar, durch den Hafen, so dass wir erstmal vor dem Hafen blieben. Meine Interpretation war, dass die Wapo heute Ausbildung in Hafenmanövern machte, sich aber absolut nicht um uns scherte, dass wir in den Hafen einlaufen wollten. Was müssen die auch gerade dann Ausbildung machen, wenn andere Anlegen wollen!!! Nach einigen weiteren seltsamen Manövern haben sie sich dann aus dem Hafen verabschiedet und wir liefen ein und haben an der Heckboje festgemacht.
Keine 10 Minuten später patrouillierten dann 2 Polizisten den gesamten Steg entlang, und auch noch an der Außenmole. Es gibt hier zwar, wegen der internationalen Bedeutung der Schleuse, mehrere (Bundes-)Polizeistationen, aber irgendwie irritierte uns das schon. Etwas später auf der Aussichtsplattform sahen wir dutzende Polizisten, auch mit Spürhunden die gesamte Schleuse absuchen. Jetzt war klar, dass hier in Kürze irgendwas passieren würde.
Was genau, könnt ihr in den Bildern und im Film sehen:

Das größte jemals in Kiel gebaute U-Boot wurde heute durch den NOK den neuen Eignern, der israelichen Marine, überführt.
Da kann man sich vorstellen, dass die Sicherheitsmaßnahmen immens waren. Ein gutes Dutzend Boote der Polizei und Spezialtruppen war zur Sicherung zugegen. Das Niegel-Nagelneue U-Boot fuhr mehr oder weniger in 20 m Abstand von unserer Pier vorbei.

Wir hatten natürlich unser gesamtes Equipment von Fernglas und auch Funkgerät dabei und konnten so das Geschehen optisch wie auch akustisch detailliert verfolgen. Und auch den zahlreichen Schaulustigen um uns herum erläutern ;-). Das war wirklich spannend aber auch durchaus unterhaltsam.
Morgen geht es jetzt durch die Schleuse und dann nach Cuxhaven. Schon um 0700 müssen wir los, weil der Strom um 0800 kentert und uns dann hinausschiebt. Dort werden wir wohl einige Tage auf ein annehmbares Wetterfenster warten müssen, um den großen Schlag über die Nordsee zu wagen. Denn im Moment sind die Vorhersagen West, immer mehr als 20 kn.
Bitte drückt uns die Daumen, damit sich ein solches Wetterfenster auftut.
Bleibt uns gewogen,
Die Crew der Nordseeetappe und Euer Skipper Hägar


Wahnsinn, was ihr so alles erlebt: auf dem Hinweg die Brückenschliessung und jetzt das U-Boot!
Übrigens: Schleusen gibt es auch in den Alpen! Wir haben am Sonntag die Tauernschleuse genommen: ein kurzes Stück Fahrradzug unter dem Hohentauern durch. Das hat einige Höhenmeter gespart! ;-)
Inzwischen sind wir nur noch knapp 30 km von Grado entfernt.
Wir wünschen Euch, dass die Wartezeit nicht allzu lang wird. Gute Überfahrt!
Silke und Peter
Interessanze und besondere Erlebnisse mit einem U-Boot.
Das Wetterglück scheint euch auf eine harte Probe zu stellen. Laut Windy ist erst ab Sonntag mit einer kurzen Periode mit Südströmung zu rechnen.
Hoffe ihr habt Glück und die Warterei wird nicht zu nervig.
Dann drücke ich mal auch ganz fest die Daumen für ein annehmbares Wetterfenster.
Herzliche Grüße an alle,Marion
Das ist ja spektakulär, was ihr da erlebt! Das Wetter auf der Nordsee steht auch unter meiner Beobachtung. Dann wünsche ich euch geduldiger Warten.
Herzliche Grüße, Thomas