Kollisionskurs mit der Dänischen Marine und Rammen der Windstalker
- Andreas Kicherer
- 19. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Heute morgen um 0600 haben wir die traumhafte Insel Anholt verlassen mit Kurs Grenaa. Zunächst guter Wind aus Süd und trocken, dann aber Winddreher, auffrischender Wind und Schauer, die Sicht vielleicht noch 500 m. Auf dem AIS sehen wir ein grosses Motorschiff auf Kollisionskurs, immer wieder CPA 100m dann wieder 300m dann wieder 200m je nach Stärke des Winds. Vor uns das Windmühlenfeld Anholt, durch das wir durchsegeln wollten, das Groß in den Böen -mal wieder über 20 kn- angeleint geborgen, und dann noch die Kollisionsgefahr. Als es dann TCPA nur noch 11 Minuten waren, war es Zeit den Querfahrer zu identifizieren und anzurufen. Es war das Dänische Militärschiff Fxxx (die Nummer ist uns bekannt, wir wollen sie aber nicht veröffentlichen, damit der Russe nicht noch mehr weiß was die Nato so treibt). Das Marineschiff meldete sich auch umgehend, eine sehr nette Marinesoldatin. Unsere Anfrage ob sie "restricted ability to manoever" hätten und wir dann ausweichpflichtig wären verneinte sie, und hat auch gleich angekündigt, dass sie ihren Kurs nach "port" ändern wollten. Das taten sie dann auch umgehend und tauchten aus dem Dunst auf, deutlich grösser als gedacht. Sie sind dann hinter uns durch. Mal wieder ein Beispiel dass auch große und vermeintlich hoheitliche Schiffe die Kollissionsverhütungsregeln kennen und sich auch daran halten.
Danach hatten wir noch eine schöne Kreuz nach Grenaa, und sind wohlbehalten am selben Platz wie letztes Mal angelegt. Die Crew ging rasch ins sehr sehenswerte Kattegatcenter, ein großes Aquarium, und ich setzte mich, mit Musik von Golden Earring, an die Schreibarbeiten des Logbuchs. Von draußen drang ein aufheulendes Motorgeräusch an meine Ohren, dem schenkte ich keine weitere Beachtung, wahrscheinlich jemand auf der Liegeplatzsuche, und bei dem Querwind in der Boxengasse dreht. Auf einmal ein lauter Schlag und eine heftige Vibration der Windstalker. Hat jemand der Crew das Portmonnaie vergessen und ist beim Übersteigen auf das Vorschiff gefallen??? Ein schneller Blick nach vorne, komplett freies Deck. Blick nach Steuerbord, da hängt eine Hallberg-Rassy 29 schräg in der Nachbarbox, den Anker zwischen unserer Bordwand und dem Mitteldalben verhakt. Eine Person an Bord, sichtlich überfordert. Leider will er weder die Hilfe von mir, noch von dem Niederländischen Skipper, der sein vorheriges Anlegemanöver schon begutachtet hat, annehmen, sondern will in eine Achterspring eindampfen.
Nach langem hin und her, der Hilfe eines weiteren Skippers und einem neuen Anlauf liegt die HR 29 jetzt sicher neben uns.
Der Schaden an der Windstalker an sich ist überschaubar, eine herzkirschengroße Eindellung und Absplitterung an der Teakscheuerleiste. deutlich größer als der Alblinsengroße Schaden den wir vor 4 Wochen an einer dänischen Yacht verursacht hatten.

Um eine Teakscheuerleiste so zu beschädigen, muss schon eine gehörige Kraft aufgewendet werden. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Windstalker nach den heute üblichen Standards ohne Scheuerleiste gebaut wäre. Die Seite wäre sicherlich bis aufs Laminat aufgebrochen worden.
Auch hier wieder mein Rat an die Schiffskonstrukteure: Biite baut doch wieder so, dass solche Touchpoints nicht in kapitale Versicherungszahlungen enden.
Der HR Eigner ist auch bei Pantaenius versichert, mal schauen wie ein Schaden als Geschädigter von dem Marktführer geregelt wird.
Der eine oder die andere hat es wohl bemerkt, die beiden Vorfälle am heutigen Tage haben -anders als die Überschrift vermuten lassen würde- nichts aber auch garnichts miteinander zu tun. Ich habe die Überschrit etwas reisserischer verfasst, um die Klickzahlen des Blocks wieder zu steigern. Während meiner Zeit bei BASF und Brenntag habe ich viel von den PR- Profis gelernt ;-)
Ich hoffe unsere treue Leserschaft verzeit mir diesen Trick.
Bleibt uns gewogen

Da bin ich auch auf den Clickbait hereingefallen :D Gibt es ein Bild des Kriegsschiffes? Wäre interessant um abzuschätzen, ob nicht doch die Dänische Marine für den Schaden aufkommen muss!
Spannender Abschnitt aber für mich bleibt die Frage ungeklärt, ob vielleicht doch ein Zusammenhang besteht. Ein Einschussloch in der Scheuerleiste sieht ja auch so aus und vielleicht hat der Halberg-Rassy Skipper es in Wahrheit auf das dänische Kriegsschiff abgesehen... Bin auf den Fortsetzungs Blog gespannt